Das Wahlprogramm

Unser Wahlprogramm könnt ihr euch hier als pdf-Datei runterladen.

Präambel

Wir als grün alternatives Wahlbündnis verstehen uns als linke, ökologische politische Gruppe.  Als unabhängige Liste beziehen wir keine Gelder von anderen Institutionen oder Verbänden. Unser Anliegen ist es vielen Menschen einen unkomplizierten Zugang zur Hochschule zu ermöglichen. Dafür müssen sowohl die Hürden bei der Zulassung als auch räumliche Barrieren abgebaut werden. Anregungen zu kritischem und eigeneständigem Denken sowie zu einem bewussten Umgang mit endlichen Ressourcen sind nach unserem Verständnis Teil eines universitären Studiums. 

Wichtig ist es uns, das basisdemokratische studentische Engagement an der Universität zu unterstützen und zu stärken. Wir zeigen uns solidarisch mit allen Geflüchteten und begrüßen die Möglichkeit eines kostenlosen Gasthörerstatus und ein im Heimatland abgebrochenes Studium hier fortführen zu können. Deshalb müssen an der Universität Siegen genügend Plätze für studiumsvorbereitende Deutschkurse vorhanden sein.

Als eines unserer Kernthemen betrachten wir Transparenz. Wir fordern eine größtmögliche Transparenz für die Hochschulpolitik. Das Livestreaming der StuPa-Sitzungen ist bereits ein guter Anfang. An unsere eigene Arbeit erheben wir den gleichen Anspruch: Alle unsere Sitzungen sind öffentlich. Transparenz bedeutet für uns allerdings nicht Überwachung. Wir sind gegen die bestehenden Kameras an den Ein- und Ausgängen des Universitätsgeländes und wehren uns entschieden gegen Maßnahmen, die zur systematischen Überwachung von Studierenden eingesetzt werden können. 

Eine Zusammenarbeit mit militärischen Einrichtungen und deren Geldern lehnen wir grundsätzlich ab. Eine Zivilklausel in strenger Form, mit transparent arbeitenden Gremien, halten wir für notwendig. Auch das studentische Leben selbst steht im Fokus unserer politischen Ziele: Wir wollen uns für einen uninahen, sozialen Wohnraum einsetzen. 

Nachhaltigkeit

Studierende sollen in den Genuss von gutem Essen zu fairen Preisen kommen. Das bedeutet, dass Obst und Gemüse regional und fair gehandelt werden sollten. Warum beziehen die Verpflegungsbetriebe den Couscous-Salat nicht aus Siegen? Und warum ist nur einmal im Semester das Fleisch aus artgerechter Haltung? Ebenso fragen wir uns, warum es nicht jeden Tag eine vegane Mahlzeit abseits der Salattheke in der Mensa geben kann.

Nur gesunde und nicht in Massentierhaltung gehaltene Tiere können Grundlage für eine abwechslungsreiche Ernährung für Fleischesser*innen sein. Deshalb fordern wir, dass das Fleisch in der Mensa aus artgerechter Haltung stammt.

Du ernährst dich vegetarisch, vegan oder hast Lebensmittel-Unverträglichkeiten? Wir kämpfen für eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel. Was an der Salatbar in der Mensa bereits gut funktioniert, wollen wir auch in den Cafeterien und im Bistro ausbauen: ob sich Gelatine im Joghurt oder Butter im Gemüse befindet, ist für viele Studierende eine wichtige Frage. Wir möchten, dass niemand aus dem Uni-Alltag ausgeschlossen wird; dazu gehören für uns auch Mensa-Besuche. Ein Vorteil veganer  Ernährung ist, dass diese für Menschen mit Laktose oder Antibiotikaunverträglichkeiten und Menschen  vieler Glaubensrichtungen geeignet ist. Einmal in der Woche könnte eine internationale Spezialität in der Mensa angeboten werden. Die Möglichkeit, einmal über den “Tellerrand” hinauszuschauen, hilft andere Kulturen kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. 

Du hast zwischen deinen Seminaren keine Zeit in die Mensa zu gehen und holst dir anstelle dessen schnell einen Salat im Bistro oder der Cafeteria? Auch wenn der Salat sich in einer praktischen Plastikbox befindet, das dazugehörige Dressing in Plastik fröhlich vor sich hin schwappt, wir fordern Alternativen! Kunststoff ist das Merkmal unserer Konsumgesellschaft, während wir Plastik wegschmeißen, sterben anderorts Tiere, weil ihre Nahrungskette durch den Plastikmüll manipuliert wurde. Anstelle von Plastik werden in Bistro und Cafeteria bereits Papiertüten für Brötchen verwendet und keine Pappbecher mehr angeboten, wir finden das ist ein guter Anfang – bitte mehr davon!

Als grün alternatives Wahlbündnis wollen wir die studentischen Bildungsmöglichkeiten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie ausbauen. Zum Beispiel mit Heilkräuter- und Pilzexkursionen. Denn auch als Nicht-Biolog*in ist es hilfreich zu wissen, was der Unterschied zwischen einem Maronenröhrling und einem Steinpilz ist. Wir wollen, dass Studierende die Möglichkeit haben, fernab von Hörsälen und Seminarräumen, mit eigenen Händen die Umwelt kennenzulernen. Der Wald bietet viele Möglichkeiten sich als Selbstversorger*in zu üben und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was abseits des Supermarktes alles konsumiert werden kann.

Auch in Siegen ist es für viele Menschen echter Luxus etwas Selbstgepflanztes zu ernten, sei es eine saftige Tomate oder ein schmackhafter Salatkopf. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass an der Universität ein Nutzgarten eingerichtet wird, in dem Studierende Obst und Gemüse anbauen und dieses dann ernten können. Durch die Gründung einer Garten-Initiative können wir gemeinsam an der Universität unser eigenes Stück Grün verwirklichen; es würde uns helfen bewusster zu leben und zu essen. Zusammen zu gärtnern hilft dabei neue nette Menschen kennenzulernen und selbst Geerntetes schmeckt in Gemeinschaft einfach am besten!

Immer mehr Grünflächen fallen dem Ausbau der Universität zum Opfer, da, wo es möglich ist, diese Flächen zu behalten, sollten wir dem grau in grau ein Ende bereiten und dem oft schnöden Unialltag mit bunten Blumen, Efeu und Weinranken entgegenwirken und Farbe in das Leben aller Studierenden bringen. Nebenbei verbessern wir damitdas Lernklima und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz . Deswegen fordern wir eine stärkere Bepflanzung der Uni.

An vielen Universitäten gibt es mittlerweile ein eigenes AStA-Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit. Dieses wollen wir auch bei uns einführen! Ein durch uns neu geschaffenes  Nachhaltigkeitsreferat im AStA soll in weiteren Umweltfragen aktiv werden. Zusätzliche Forderungen von uns sind: Bewegungsmelder für die Flurbeleuchtung und der Einsatz moderner Leuchtmittel, damit die Frage „Warum brennt hier eigentlich noch Licht, obwohl seit Stunden keine Busse mehr hoch zur Uni fahren?“ der Vergangenheit angehört, die Umstellung der Kopierer auf Ökopapier, eine stärkere Nutzung der Dachflächen zur Energiegewinnung sowie eine deutliche Energieeffizienz und -einsparung.

Zu viel Essen im Kühlschrank und du weißt schon jetzt, die Hälfte davon wirst du wegschmeißen? Wir wollen uns dafür einsetzen, dass in Siegen und vor allem bei uns an der Universität Lebensmittel gerettet werden können.

Diskriminierungen und Barrieren

Für uns ist Anti-Diskriminierungsarbeit ein wichtiger Bestandteil an der Uni. Dabei ist uns bewusst, dass Mehrfachdiskriminierungen abhängig voneinander existieren. Sich der eigenen und fremder Privilegien bewusst zu werden sowie bestehende Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen und diese zu überwinden gehören ebenso dazu. Dazu wollen wir eine ebensolche Projektstelle für Awarenessarbeit im AStA initiieren. Mögliche Themen mit denen sich die Projektstelle auseinandersetzen kann, wären: Diskriminierungen jeglicher Art, chronisches und_oder psychisches Behindertwerden, Sexismus (Hetero-, Cissexismus), ethnische und_oder klassistische Privilegien. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wichtig dabei ist, die Perspektiven von Betroffenen in die Arbeit mit einzubeziehen im Dialog können so neue Sichtweisen erschlossen werden.

Eine Möglichkeit um möglichst vielen Menschen eine Teilhabe am universitären Leben, fernab von Ausgrenzung, zu gewährleisten, ist das Übersetzen von AStA-Inhalten ins Englische und in einfache Sprache, damit die Informationen bei möglichst vielen Studierenden ankommen. Einige erreichbare all-gender-welcome Toiletten und genderneutrale Ansprache von Studierenden mit Namen, die nicht zwingend dem Personalausweis entsprechen müssen, wären ein wichtiger Schritt, um institutionalisierte Diskriminierung von trans*- und inter*-Menschen abzubauen.

Nach Möglichkeit sollten gängige Trigger-Warnungen für LSF-Kurse, AStA-Texte und -Veranstaltungen angegeben werden. Derartige Warnungen vor Schlüsselreizen geben Menschen die Chance selbstverantwortlich zu entscheiden, ob sie sich diesen Inhalten aussetzen möchten

Des Weiteren wollen wir eine Art vernetzte Feedback-Box initiieren; dort können Hinweise zu Problemen und Anregungen zur Verbesserung gegeben werden. 

Verkehrssituation

Ein besser funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist aus vielen Gründen dringend erforderlich; einerseits ließe sich dem Parkplatzproblem an den einzelnen Standorten entgegenwirken, andererseits käme ein geringerer PKW-Verkehr der Umwelt zugute.  Leider ist der aktuelle Nahverkehr nicht überall barrierefrei – dagegen muss vor allem am Unteren Schloss dringend etwas getan werden. Daher möchten wir die Bussituation für Studierende deutlich effektiver gestalten, einige hoch frequentierte Busverbindungen sollten deutlich verstärkt werden, Busse, die hingegen gar nicht genutzt werden (können), könnten eingespart werden. In den Klausurenphasen sollten in der vorlesungsfreien Zeit die UX-Linien sinnvoll eingesetzt werden.

Hierzu möchten wir in Form einer Umfrage um die Mithilfe der Studierenden bitten, um zu erfahren, wie das Bussystem aussehen soll, um darauffolgend einen nachfrageorientierteren Ausbau der Buslinien durchzuführen und die Busfahrpläne zu überarbeiten.

Die Parkplatzsituation für den Campus „Unteres Schloss“ ist sehr bescheiden, weshalb empfohlen wird am Campus „Adolf-Reichwein“ zu parken. Damit diese Lösung sinnvoll ist, muss die Busverbindung zwischen den Standorten verbessert und mehr Parkplätze am Haardter-Berg geschaffen werden.

An vielen anderen Universitäten ist es möglich ein Fahrrad und/oder eine zweite Person kostenlos mit seinem Studi-Ticket mitzunehmen. Wir fordern bei Neuverhandlungen des Tickets dies mit einzubinden. Ebenfalls dazu gehört die Ausweitung des Semestertickets auf große Teile der umliegenden Bundesländer.

 buntes

Wir wollen das kulturelle Angebot in Siegen durch eine Studi-Kulturkarte verbessern und für Studierende leichter und kostengünstiger zugänglich machen. Diese Karte ermöglicht kostenlosen Eintritt in Museen und ins Theater. Außerdem wollen wir eine Schnittstelle für studentische Kulturschaffende sein. Damit eine bessere Kommunikation miteinander stattfinden kann, wäre eine Plattform  für alle Kulturschaffenden sinnvoll, um so Termine gemeinsam zu koordinieren, Kooperationen zu schließen und sich untereinander zu vernetzen

Wenn Studierende an der Uni Sport als Ausgleich  zu den  Vorlesungen ausüben möchten, werden ihnen in Siegen viele Stolpersteine in den Weg gelegt. Es gibt verbindliche Anmeldefristen und endlos scheinende Warteschlangen um den Beitrag zu bezahlen und auch das Lastschriftverfahren ist keine optimale Lösung. Dies wollen wir ändern. Möglich wäre eine Hochschulsportshow, bei der sich alle  Sportgruppen vorstellen, eine Schnupperwoche in der  Kurse vor der Anmeldefrist angeschaut werden können und ein Nachrückverfahren über das ganze Semester, falls Studierende den Kurs abbrechen. Dies ist förderlich für die  Übungsleiter*innen, da die Anzahl der Sportler*innen nicht wie bisher im Laufe des Semesters stark abnimmt.

An anderen Universitäten werden wir Studierenden aus Siegen oft belächelt, wenn wir unsere ganzen Karten zücken, die wir benötigen, um den Unialltag zu meistern. Deswegen fordern wir eine sinnvolle Kopplung des Studierendenausweises, des Semestertickets, des Bibliotheksausweises und der Kopierkarte. Dabei ist es uns ein Anliegen, Nutzer*innen eine möglichst große Sicherheit von Daten und Geld zu gewährleisten. 

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