Das Wahlprogramm

Präambel

Zu den Grundsätzen des grün alternativen Wahlbündnisses zählen wir eine links gerichtete, ökologisch vertretbare Politik. Als unabhängige Liste beziehen wir keine Gelder von anderen Institutionen oder Verbänden, anders als andere Hochschulgruppen an der Universität Siegen. Als eines unserer Kernthemen betrachten wir Transparenz. Wir fordern eine größtmögliche Transparenz für die Hochschulpolitik, zum Beispiel durch Live-Streaming von Studierendenparlaments-Sitzungen (StuPa-Sitzungen). An unsere eigene Arbeit erheben wir den gleichen Anspruch. Diesem werden wir unter anderem durch öffentliche Sitzungen gerecht. Transparenz bedeutet für uns allerdings nicht Überwachung. Wir sind gegen die bestehenden Kameras an den Ein- und Ausgängen des Universitätsgeländes und wehren uns entschiedenen gegen Maßnahmen, die zur systematischen Überwachung von Studierenden eingesetzt werden können. Auch eine Zusammenarbeit mit militärischen Einrichtungen und deren Geldern lehnen wir grundsätzlich ab. Eine Zivilklausel in strenger Form halten wir für notwendig. Auch das studentische Leben selbst steht im Fokus unserer politischen Ziele: Wir wollen uns, im Rahmen unserer Möglichkeiten im StuPa für einen uninahen, sozialen Wohnungsmarkt einsetzen. Zudem zählen auch neue Rückzugsräume und Lernplätze innerhalb der Uni zu unseren grundsätzlichen Forderungen.

Neue grüne Ideen

Als grün alternatives Wahlbündnis wollen wir die studentischen Bildungsmöglichkeiten in den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie ausbauen. Als entscheidende Idee fordern wir die Einrichtung eines Studium Oecologicums. Ähnlich dem fakultätsübergreifenden Studium Generale sollen für Studierende aller Fachrichtungen Angebote geschaffen werden, die Ökologie und Nachhaltigkeit thematisieren. Ein erster Schritt ist die Einführung als Zusatzzertifikat, das parallel zum normalen Studium erworben werden kann. Hierfür haben wir, nach dem Vorbild anderer Universitäten, ein erstes Konzept entworfen und einen Antrag für die Qualitätsverbes-serungsmittel (QVM) gestellt.

Umweltschutz durch AStA-Referat

Die Universitätsverwaltung kann hier noch mehr leisten. Die Einsparungen von Ressourcen und Energie müssen verbessert werden. Eine Umstellung auf Ökostrom ist auch an der Uni Siegen machbar. Weitere Forderungen von uns sind: Bewegungsmelder für die Flurbeleuchtung, die Umstellung der Kopierer auf Ökopapier, eine stärkere Nutzung der Dachflächen zur Energiegewinnung, sowie eine deutliche Energieeffizienz und -einsparung. Diese Ziele wollen wir im AStA umsetzen, denn in den beiden letzten Jahren wurde keine nennenswerte Arbeit in Richtung nachhaltiger und ökologischer Universität geleistet. An vielen Universitäten gibt es mittlerweile ein eigenes AStA-Referat für Nachhaltigkeit und Ökologie. Dieses wollen wir auch bei uns einführen!
Ein durch uns neu geschaffenes Nachhaltigkeitsreferat im AStA kann auch in weiteren Umweltfragen aktiv werden. Wir fordern unter anderem eine stärkere Bepflanzung der Uni. Vertikale Gärten, Efeu und Weinranken sorgen für ein angenehmes Lernklima und tragen zum Umweltschutz bei. CampusGardening ist ein weiteres Projekt mit dem wir erreichen wollen, dass Studierende sich grün verwirklichen können. Darunter verstehen wir einen Nutzgarten an der Uni, an dem alle Studierende freiwillig teilhaben können. Ein weiteres Insektenhotel und Campusbienen finden hier Platz. Selbst anpflanzen oder ernten ist eine tolle Erfahrung. Abgesehen davon schmeckt Selbstangebautes ohnehin viel besser. 😉

Faires Essen zu fairen Preisen

Wer weder Lust, Zeit noch Platz zum Gemüseanbau hat, soll sich trotzdem mit frischem Gemüse und Obst aus der Region versorgen können. Wir sagen: Mit gesunder Ernährung studiert es sich besser und kurze Transportwege kommen der Umwelt zugute. Wir stehen bereits in Kontakt mit örtlichen Bio-Landwirten, um die Möglichkeiten eines Gemüseabos auszuloten. In anderen Städten können sich Studierende bereits einmal wöchentlich eine abwechslungsreiche Kiste aus saisonalem Gemüse, Obst und mehr nach Hause oder in die Uni liefern lassen. Diese Ökokisten wären genau auf den Bedarf der Konsument*inn*en zugeschnitten und unnötige Lebensmittelabfälle könnten vermieden werden, deren Bekämpfung uns ein großes Anliegen ist!
Denn die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wird weggeschmissen. Wir sagen: Das muss nicht sein! Darum wollen wir uns dafür einsetzen, dass mehr Lebensmittel in Siegen und bei uns an der Uni gerettet werden können. Foodsharing ist ein möglicher Lösungsansatz. Wie auch an anderen Unis wollen wir einen Ort schaffen, an dem übrig gebliebene Lebensmittel abgegeben werden können. Wer etwas davon gebrauchen kann, kann es kostenlos mitnehmen. Wir wollen mindestens einen Kühlschrank als Freefoodpoint einrichten.

Gut fürs Klima

Auch vegane Ernährung kann zum Schutz der Umwelt beitragen und achtet die Bedürfnisse der Tiere. Durch unsere Arbeit ist die Versorgung mit veganem Essen in der Mensa bereits in den letzten Jahren kontinuierlich besser geworden. Doch im Bistro ist ein tierfreies gesundes Angebot noch Mangelware. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass auch außerhalb der Mensa-Öffnungszeiten nicht nur Schnitzelbrötchen und Currywurst angeboten werden. Dabei möchten wir nicht das Angebot für die Fleisch-Liebhaber*innen schmälern. Im Gegenteil, wir wollen uns für ein besseres Angebot an fleischhaltigem Essen stark machen, das eine umweltfreundliche Ernährung gewährleistet. Regionales, saisonales Bio-Essen muss nicht teuer sein!

Ein Vorteil veganer Ernährung ist, dass diese für Menschen aller Glaubensrichtungen geeignet ist. Auch wenn wir uns selbst nicht einer bestimmten Religion zuordnen, so möchten wir jedoch religiösen Studierenden ermöglichen, gemäß ihren Speisegesetzen (halal, koscher, hinduistisch, etc.) zu essen. Des Weiteren fordern wir eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel. Ob Gelatine im Joghurt, oder Butter im Gemüse, ist für viele Studierende eine wichtige Frage. Wir möchten, dass niemand aus dem Uni-Alltag ausgeschlossen wird. Dazu gehören für uns auch Mensa-Besuche.

Kulinarischer Kulturaustausch

„Liebe geht durch den Magen!“ Völkerverständigung auch! Wir fordern, dass die Mensa einmal in der Woche eine internationale Spezialität anbietet. Die Möglichkeit, einmal über den „Tellerrand“ hinauszuschauen, hilft andere Kulturen kennen zulernenund Diskriminierung abzubauen. Warum also nicht mal japanisches Sushi, ägyptisches Ful Mudammas oder Bakabana aus Paraguay probieren?

Vertrauen gewinnen

Auch an andern Stellen wollen wir mit konkreten Projekten Diskriminierung abbauen: Wir kämpfen für den Aufbau einer Awareness-Group. Darunter verstehen wir eine Gruppe von geschulten Menschen, die bei Problemen angesprochen werden können. Diese Gruppe greift dann ein und nimmt sich den Problemen an. Solche Probleme können zum Beispiel Erfahrungen mit Rassismus, Sexismus oder sonstiger Diskriminierung sein. Darüber hinaus können die Ansprechpersonen auch bei psychischen Problemen oder chronischen Krankheiten aufgesucht werden. Oft ist es für Betroffene enorm schwierig, sich anderen Menschen anzuvertrauen, weil sie sich nicht bloßstellen wollen. Außerdem, sensibilisiert eine Awareness-Group für solche Probleme und stärkt das Bewusstsein nicht betroffener Menschen.
Mit einer weiteren Toilette könnte die Universität Siegen eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Diskriminierung von LGBTTIQ*-Menschen sein. Wir fordern die Einführung von Unisex-Toiletten, indem wir einige bestehende Toiletten umwidmen wollen. Diese sollen vor allem ein Schutzraum für Menschen sein, die sich dem binären Geschlechtersystem nicht zuordnen können oder wollen. In anderen öffentlichen Einrichtungen gibt es sie bereits (z.B. in Zügen). Auch bei uns könnten zusätzliche Unisex-Toiletten die Warteschlangen vor den Toiletten zwischen den Vorlesungen deutlich verkürzen.

Wir sind nicht alle gleich, aber gleich viel wert

Doch sollen Toiletten nicht nur für alle sexuellen Identitäten zugänglich sein, sondern auch für Menschen mit Behinderung. Wir begrüßen die Idee der Inklusion und fordern eine konsequente Umsetzung dieser an unserer Hochschule. Alle Räumlichkeiten müssen auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich sein. Zum Beispiel sollen blinde und sehbehinderte Menschen durch ein Blindenleitsystem unterstützt werden. Studierende, deren Gehör beeinträchtigt ist, können mit Hilfe von nur geringem technischen Aufwand viel leichter an Veranstaltungen teilhaben.

Bessere Anschlüsse für mobile Elektronik und den Weg zur Uni

Doch wir haben noch mehr zu bieten. So wollen wir zum Beispiel die Verkehrssituation an der Uni verbessern. Der ÖPNV zu den Campus der Universität Siegen lässt kaum noch Wünsche offen. Es sei denn man nutzt die Öffnungszeiten der Bibliotheken. Wer bis Mitternacht lernen will hat Pech gehabt oder geht zu Fuß. Am Wochenende wird die Erreichbarkeit der Uni durch den Wegfall der C106 und aller UX-Linien zudem stark eingeschränkt. Manchmal kommt es dann vor, dass zwar Busse fahren, diese jedoch so überfüllt sind, dass man auf den nächsten oder übernächsten Bus warten muss. Es ist also gar nicht so sehr erstaunlich, dass eine Anfahrt mit dem Auto bevorzugt wird. Hier haben Autofahrer*innen jedoch ein neues Problem: den Parkplatz-mangel. Um nun die Studi-Rush-Hour zu entlasten oder auch die Buslücken zu schließen, wären Tramper-Haltestellen eine Lösung. Ab Weidenau ZOB beispielsweise könnte diese Studierenden eine Hilfe sein. Das Prinzip ist leicht: Studierende, die mit dem Auto anfahren und noch Plätze frei haben, halten an der Tramper-Haltestelle und bieten dort Stehenden eine Mitfahrt an. Optional ist eine App als Ergänzung denkbar.
Auch ein anderes alltägliches Ärgernis wollen wir beseitigen: Obwohl das Handy, das Pad oder der Laptop die ganze Nacht geladen hat, ist der Akku bei einem vollen Uni-Tag häufig schon zur Mensa-Zeit nicht mehr zu gebrauchen. Da bessere Akkus scheinbar noch etwas auf sich warten lassen, möchten wir mehr Lademöglichkeiten entstehen lassen. Wir wollen Ladestationeneinrichten. Wenn eine Veranstaltung ansteht, in der kein Handy oder Laptop gebraucht wird, kann dieses bei den Ladestationen in eins der kleinen Schließfächer gelegt, abgeschlossen und geladen werden. Falls ein Ladekabel daheim vergessen wurde, wollen wir im AStA Ladegeräte zum Ausleihen zur Verfügung stellen.

Und sonst noch?

Außerdem stört uns noch das ewige Gedränge vor dem Ticketverkauf der Mensa. Dies wollen wir dadurch entlasten, dass die Mahlzeiten abfotografiert und auf der Präsentation im Foyer gezeigt werden. Denkbar wäre auch die Fotos in die CampusApp zu integrieren. Langfristig erleichtert das nicht nur den Studierenden, sondern auch den Mensa-Mitarbeiter*inne*n, den Ablauf.
Ein weiterer Punkt ist die Mülltrennung. Wir fordern auch bei uns an der Uni in Zukunft den Müll zu trennen, so wie es an vielen anderen Universitäten gemacht wird. Es darf keine Ausnahme für die Universität Siegen geben, denn jede*r muss ihren*seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Gerade im kulturellen Bereich liegt ein guter Schnittpunkt zwischen Stadt und Universität. Wir wollen, dass in Zukunft eine Kooperation zwischen der Studierendenschaft und dem Apollo-Theater eingegangen wird. Ein möglicher Weg ist, dass ein fester Betrag aus den Geldern der Studierendenschaft genommen wird und damit kostenlose Theaterbesuche ermöglicht werden.
Wenn Studierende an der Universität Sport als Ausgleich zu den Vorlesungen ausüben möchten, werden ihnen in Siegen viele Stolpersteine in den Weg gelegt. Es gibt verbindliche Anmeldefristen und endlos scheinende Warteschlangen um den Beitrag zu bezahlen. Dies wollen wir ändern. Möglich wäre eine Hochschulsportshow, bei der sich alle Sportgruppen vorstellen, eine Schnupperwoche in der man sich die Kurse vor der Anmeldefrist anschauen kann und ein Nachrückverfahren, falls Studierende den Kurs abbrechen. Dies ist auch förderlich für die Übungsleiter*innen, da die Anzahl der Sportler*innen nicht wie bisher im Laufe des Semesters stark abnimmt.

Deine Stimme zählt

Mit deiner Stimme für das grün alternative Wahlbündnis und unsere Kandidat*inn*en, kannst du dafür sorgen, dass wir unsere Forderungen im StuPa auch umsetzen können. Wenn du noch mehr gute Vorschläge und Ideen hast, kannst du diese jeder Zeit an unseren Ständen, der facebook-Seite oder Homepage loswerden. Über neue Gesichter freuen wir uns immer, denn grün muss wachsen!

Unsere Kandidat*inn*en

Kim Irina Blödel
Tim Veith
Kerstin Schäfer
Tobias Holzhauer
Flora Herzner

Kevin Linnemann
Laura Carlotta Durando
Gerrit Großkopf
Finja Bähr
Tobias Maiwald

 

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